Millionenprojekt für Sicherheit und Erholung am Fluss
 (Foto: Hubert Richter)(cr) Nach der im kommenden Jahr geplanten Sanierung der Ufermauer sollen die Parkplätze am Neckarlauer in Eberbach teilweise durch einen Erholungsraum ersetzt werden. Insgesamt sollen fast 4 Millionen Euro am Flussufer investiert werden, einschließlich erwarteter Zuschüsse.
Einstimmig beschloss der Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am 30. Juli, dass der Lauer im Bereich zwischen Friedrichstraße (Pulverturm-Anlage) und Hauptstraße zukünftig kein Parkplatz mehr sein soll, sondern ganzjährig der Erholung und dem Aufenthalt am Fluss dienen wird. Über die Ausgestaltung und die Kosten der Maßnahme war man sich im Rat dann aber nicht mehr ganz einig.
Nach dem Ende der aktuellen Baustelle des Regierungspräsidiums an der Mauer sowie dem Geländer der Uferstraße (B 37) und der im kommenden Jahr geplanten Sanierung der Uferwand zwischen Lauer und Neckar, soll es möglichst noch im Eberbacher Jubiläumsjahr 2027 an die Umgestaltung des Lauers selbst gehen. Dafür wurde nun mehrheitlich durch den Gemeinderat die Entwurfsplanung des Heidelberger Büros Gornik Denkel Landschaftsarchitektur (GDLA) beschlossen und die Verwaltung beauftragt, für die Finanzierung der Maßnahme einen Förderantrag beim Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) zu stellen. GDLA wurde mit der weiteren Planung (Leistungsphase 5 und 6) beauftragt, für ein Honorar von rund 64.500 Euro brutto.
Sophie Rimbach von GDLA stellte in der Ratssitzung die Planung vor, deren Herzstück der Umbau der westlichen Sliprampe in eine Sitzstufenanlage ist. Die Sitzstufen sollen in L-Form mit der längeren Seite parallel zum Flusslauf und zum Neckar hin abfallend angelegt werden. Hinter den Sitzstufen soll eine schmale Rampe verbleiben, die weiterhin für den Freizeitsport auf dem Wasser genutzt werden kann. Die gesamte vorhandene Lauer-Oberfläche soll erneuert bzw. mit den bisherigen Pflastersteinen neu belegt werden, mit einem barrierefreien Hauptweg von der westlichen Zufahrtsrampe und der Unterführung beim Pulverturm parallel zum Neckar bis zum Treppenaufgang zur Hauptstraße. Dieser Weg soll mit rot eingefärbtem Betonpflaster gestaltet werden. Links und rechts davon sind Flächen für Gastronomie (Foodtruck, Kaffeemobil) und einen Toilettencontainer vorgesehen, außerdem für Bestuhlung durch die Gastronomiebetreibenden. Auch für einen aufgeschütteten Sandstrandbereich soll Platz sein. In der “Schachtel“ zwischen den beiden Sliprampen sollen auch weiterhin Sportboote und kleine Schiffe anlegen können. Manche Bereiche sind auch als Wiese geplant. Vorhandene Bäume sollen durch einige Neupflanzungen ergänzt werden. Außerdem sind mobile Kleinbäume und Sträucher vorgesehen, die im Hochwasserfall samt anderem Mobiliar entfernt werden müssen, um sie vor Schäden zu schützen. Die Kosten dafür und den anschließenden Wiederaufbau der beweglichen Elemente pro Hochwasserfall konnten auf Nachfrage von CDU-Stadtrat Georg Hellmuth nicht beziffert werden und blieben offen.
Die Planung wurde im Gemeinderat allgemein begrüßt. AGL-Fraktionssprecher Peter Stumpf kritisierte allerdings die hohen Kosten von fast 1,3 Mio. Euro für die Umgestaltungsmaßnahme und meinte, dass es in Eberbach angesichts begrenzter Mittel Wichtigeres gebe. Stumpfs Fraktionskollege Hubert Richter ergänzte, dass der Bereich, wenn er autofrei sei, auch ohne Umgestaltung schon eine hohe Aufenthaltsqualität biete. Seiner Meinung nach solle zunächst mit wenig Aufwand nur ein “Beach” mit Schirmen und Liegestühlen geschaffen werden, samt kleiner Gastronomie mit flexiblen Sitzgarnituren. Außerdem plädierte er dafür, den Platz nicht mit weiterem Mobiliar zu belegen, sondern ihn offen und flexibel zu halten für Open-Air-Veranstaltungen mit einer mobilen Bühne. Stumpf und Richter beantragten, nur die Sitzstufenanlage und einen aufgeschütteten “Sandstrand” zu realisieren, zu geschätzten Gesamtkosten von rund 430.000 Euro. Die übrigen Ratsmitglieder lehnten diese kleinere Lösung aber ab und beschlossen bei zwei Gegenstimmen das Gesamtpaket.
Kerstin Thomson war zuvor noch mit ihrem Antrag gescheitert, die Realisierung unter den Vorbehalt der Zuschussgewährung zu stellen. Sie fand nur drei weitere Befürworter.
Nach der besonders von Bürgermeister Peter Reichert teils hitzig geführten Debatte brachte eine von CDU-Stadtrat Dr. Matthias Huck spendierte Runde Stieleis den Gemütern etwas Abkühlung.
Wie Martin Völker von der Kämmerei mitteilte, sei mit einer ELR-Förderzusage frühestens ab April 2027 zu rechnen. Voraussetzung für die Durchführung der Neckarlauer-Umgestaltung noch im Jubiläumsjahr 2027 ist aber auch die Sanierung der Ufermauer (geschätzte Kosten knapp 2,5 Mio. Euro). Die dafür erforderlichen Bauleistungen sollen laut Verwaltung Mitte September 2026 ausgeschrieben werden. Eine im Dezember 2025 in die Diskussion gebrachte mögliche Wärmetauscher-Funktion der künftigen Spundwand zur Gewinnung von Energie aus dem Flusswasser sei mittlerweile als nicht realisierbar verworfen worden, hieß es auf Nachfrage von Hubert Richter.
09.08.26
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