Mit der Ebercard soll Kaufkraft vor Ort bleiben
 (Foto: Claudia Richter)(cr) Der Eberbacher Gemeinderat beschloss gestern Abend in öffentlicher Sitzung die Einführung eines neuen Gutschein- und Bonussystems.
Unter der Bezeichnung “Ebercard” soll das als “Simpli Citycard” bereits in mehreren anderen Städten eingeführte System der Trolleymaker GmbH aus Karlsruhe in Eberbach eingerichtet werden.
Die “Ebercard” in Scheckkartengröße und mit Stadtdesign soll wie eine Bezahlkarte funktionieren, die mit Guthaben aufgeladen werden kann, z.B. in Form geschenkter Gutscheine. Die Funktionalität der Karte wird über aufgedruckte QR- bzw. Barcodes sichergestellt. Das Guthaben kann in teilnehmenden Betrieben und Einrichtungen aufgeladen und auch wieder eingelöst werden. Die Betriebe können Rabatte und Sonderkonditionen für “Ebercard”-Kunden einräumen. Als weitere Funktion soll die “Ebercard” für Betriebe auch als “Mitarbeiterkarte” dienen. Die Firmen können dabei ihrem Personal beispielsweise monatliche Gratifikationen auf die Karte buchen, die dann wiederum bei Käufen vor Ort eingelöst werden können.
Neben der für die Nutzer kostenlosen Karte gibt es auch eine ebenfalls kostenlos nutzbare App, mit der aufgeladen und bezahlt werden kann sowie eine browserbasierte Web-Anwendung. In der App und im Browser können beispielsweise alle Umsätze der Karte eingesehen werden.
Im zuletzt in Eberbach etablierten Stadtgutscheinsystem waren Guthaben in mindestens fünfstelliger Höhe verloren gegangen, weil das Betreiberunternehmen “Keep Local” pleite ging. Das soll bei der “Ebercard” nicht passieren können, denn das Guthaben in dem Gutscheinsystem werde auf einem Konto geführt, auf das nur die Stadt Zugriff habe, so die Erläuterungen von Stadtkämmerer Christian Vieser. Trolleymaker wird Vertragspartner der Stadt und erhält Provisionen aus den Guthabentransaktionen sowie lediglich einen Lesezugriff auf die Kartenguthaben. Die Stadtverwaltung will das System in enger Abstimmung mit der Eberbacher Werbegemeinschaft (EWG) einführen. In der Diskussion im Gemeinderat wurde gestern aber die Einschätzung deutlich, dass der Erfolg der “Ebercard” entscheidend davon abhängen werde, dass auch viele andere Unternehmen teilnehmen, wie z.B. Einkaufsmärkte und Tankstellen.
Die Kosten liegen im Einführungsjahr 2026 bei rund 51.000 Euro und werden mit etwa 30.500 Euro vom Land bezuschusst. Weitere finanzielle Unterstützung (je 5.000 Euro) haben die Volksbank Heidelberg-Neckartal und die Sparkasse Neckartal-Odenwald zugesagt, sodass der städtische Anteil an den Einführungskosten bei rund 10.500 Euro liegt. In den Folgejahren wird auf Basis von Schätzungen mit Kosten von 5.300 Euro jährlich gerechnet, die drei Jahre lang ebenfalls mit je 1.500 Euro von jedem der beiden oben genannten Geldinstituten bezuschusst werden. In spätestens neun Wochen, also noch in diesem Jahr, soll die “Ebercard” verfügbar sein.
29.09.26
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