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Erlebnisse einer Flüchtlingsfamilie im Eberbach der Nachkriegszeit


(Fotos: Claudia Richter)

(cr) Als Flüchtlingskind kam Hatto Zeidler im Frühsommer des Jahres 1945 nach Eberbach. In einem Buch, das er vorgestern erstmals offiziell vorstellte, fasste er seine Erlebnisse von damals zusammen.

Auf Einladung der Stadtverwaltung und des Silberburg-Verlags in Tübingen besuchte Zeidler mit Eberbach die Stadt, in der er nach der Flucht mit seiner Familie aus Tschechien ein neues Heim gefunden hat. In dem Buch "Das Kanuhaus - Erlebnisse einer Flüchtlingsfamilie", das laut Verleger Titus Häussermann erst vor wenigen Tagen auf den Markt gekommen sei, beschreibt der Autor die Nachkriegszeit, wie er sie als Kind und Jugendlicher wahrgenommen hat.

Der im Jahr 1938 geborene Hatto Zeidler lebte bis 1945 in Saaz an der Eger, von wo er mit seinen Eltern und vier Geschwistern am 8. Mai Richtung Westen flüchten musste. In seinem neuen Buch beschreibt er seine Erinnerungen an die Jahre vor der Flucht, von seinem Großvater oder dem Unbekannten, der nie anwesend war, den sie "Vater" nennen sollten. Und er beschreibt seine Ankunft in Eberbach, die Suche seiner Eltern nach einer Unterkunft und den Kampf um das Überleben in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit. "Der Bussemers Schorsch hat uns das Kanuhaus überlassen" und somit der großen Familie eine Bleibe ermöglicht in der Stadt, in der die Menschen mit einem seltsamen Dialekt geredet hätten, erinnerte sich der Autor, der jetzt mit seiner Frau bei Maulbronn wohnt.

Zeidler ließ am Mittwochabend in den Räumen der Stadtbibliothek vor zahlreich erschienenem Publikum seine Eberbacher Kindheit und Jugend Revue passieren. Viele Zuhörerinnen und Zuhörer kennen ihn persönlich, konnten sich an seine Geschichten erinnern oder tauschten sich mit dem Buchautor aus, waren sie doch selbst ein Teil der Geschichten oder kannten die Betroffenen und die örtlichen Gegebenheiten. Mit viel Humor sprach der einstige "Flischtlingsbu" über Situationen aus seinem Leben, die eigentlich traurig sind und über die er damals bestimmt nicht lachen konnte. Heute sind sie nicht vergessen, aber immerhin vorbei, beispielsweise als der "böse Rothaarige" ihn mit Gewalt aufforderte, sich selbst als bösen Flüchtlingsjungen zu bezeichnen.

Auch schöne Erlebnisse hatte die Familie Zeidler, wie etwa der Besuch des berühmten Hollywoodschauspielers Cary Grant, der sich von Zeidlers Vater im Eberbacher Kanuhaus ein Schachbrett herstellen ließ. Grant weilte 1948 für Dreharbeiten zu der Filmkomödie “Ich war eine männliche Kriegsbraut” im Neckartal. Zeidler dachte auch zurück an das erste Pellkartoffelessen in der neuen Heimat oder wie die Riesenfelge am Reck zur Integration verhalf. Während seiner Lesung erinnerte der Autor auch an die Menschen, die heute vor Krieg und Armut fliehen und genau wie seine Familie damals in der Gesellschaft integriert werden möchten.

Bürgermeister Peter Reichert dankte dem ehemaligen Eberbacher für dessen Besuch und für das unterhaltsame Buch, das er mit Interesse gelesen habe.
Nach der Veranstaltung hatten auch die Gäste die Möglichkeit, eines der druckfrischen Bücher zu erwerben und sie von Zeidler signieren zu lassen. Das Buch ist jetzt auch im Buchhandel erhältlich.

Infos im Internet:
www.silberburg.de


14.04.17

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