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Nachrichten > Kultur und Bildung

Romantik pur in der Klosterkirche


(Fotos: privat)

(bro) (as) Der zweite Abend der musikalischen Ausklang-Andachten 2020 lädt ein zur puren Romantik. Aleksandra Pechytiak (Querflöte) und Anna Gaœ (Klavier) sind am Mittwoch, 24. Juni, um 20.44 Uhr auf der „Suche nach Lyrik“. Folglich stehen die romantischen Fünf auf dem Programm: Robert Schumann mit drei Romanzen, op. 94, Frederic Chopin mit Variationen über ein Rossini-Thema, Claude Debussy mit einem berückenden Flötensolo und Franz Schubert.

Dieser Abend entschädigt für das Maskentragen, mit Musik so innig und feinsinnig, wie sie nur sein kann. Aleksandra Pechytiak, virtuos auf der Konzertflöte, interpretiert die Lyrik der Romantiker gemeinsam mit Anna Gaœ am Klavier.

Schumann beispielsweise überreichte die drei Romanzen seiner Frau Clara 1849 als Weihnachtsgeschenk. Komponiert hatte er die Stücke in nur fünf Tagen, zwischen dem 7. und 12. Dezember 1849. Eigentlich für Oboe und Klavier komponiert, lassen sich diese Romanzen perfekt mit Flöte interpretieren. Diese Stücke entsprachen so gar nicht dem vorwärtsdrängenden revolutionären Geist der damaligen Zeit, sondern sind ganz und gar Ausdruck der inneren Verspieltheit Schumanns und seiner Zugewandtheit zu seiner Liebe Clara.

Bereits 25 Jahre zuvor hatte Frederic Chopin seine „Variazionen“ über ein Rossini-Thema komponiert. Chopins Musik ist geprägt vom Einfluss seiner polnischen Heimat und seiner Liebe zum Belcanto, das er in der Oper besonders schätzte. Oft ließ er sich von Bellini inspirieren, und wie der Titel der an diesem Ausklang gespielten Stücke beweist, auch von Rossini. In seinen Kompositionen weitete er die Klangfarben des Klaviers deutlich aus. Seine Musik sollte so eindringlich klingen wie ein romantisches Lied, leise, nuancenreich und innig.

Debussys Flötenstück Syrinx entstand 1913 und zwar als Begleitstück zu einem Drama, das den Verwandlungsmythos der Nymphe Syrinx beschreibt. Bei der Uraufführung spielte der Flötist gemäß Regieanweisung unsichtbar hinter einem Paravent. „Die Musik beginnt da, wo das Wort unfähig ist, auszudrücken. Musik wird für das Unaussprechliche geschrieben“, hielt Debussy seinen Kritiker entgegen, die seine Musik nicht immer verstanden.

Und schließlich tritt mit seiner Musik der seelenvolle und melancholische Schubert auf. So wie man ihn kennt. Mit der Sonata a-moll D821 - Arpeggione - hat Franz Schubert ein Stück einem besonderen, heute nicht mehr beachten Instrument, der Arpeggione, gewidmet. Es ist ein ausgesprochenes Virtuosenstück, das die Instrumente durch brillante Passagen führt. Als Interpretation auf Flöte und Klavier wird es ein ganz besonderes Erlebnis.

Die zweite musikalische Ausklang-Andacht in der Klosterkirche Hirschhorn wird bei aller Romantik unter strengen Auflagen der Corona-Bestimmungen durchgeführt. In der Kirche werden Plätze zugewiesen, um die erforderlichem Abstände zwischen den Besuchern sicherzustellen. Wer in der Kirche keinen Platz findet, ist eingeladen, das Konzert je nach Witterung im Klosterhof oder im Kapitelsaal zu verfolgen, wo der Livestream auf YouTube ebenfalls ausgestrahlt wird. Das Konzert kann auch von zuhause aus verfolgt werden. Infos dazu siehe Link unten.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Infos im Internet:
www.ceol.studio


17.06.20

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