WERBUNG


Volksbank Neckartal

Gelita

Sparkasse Neckartal-Odenwald

www.EBERBACH-CHANNEL.de / OMANO.de
Samstag, 06. März 2021
              
Das Wetter in: 
EBERBACH
 STARTSEITE  |  VIDEOS  |  TERMINE  |  DISKUSSION  |  ANZEIGENMARKT 

Nachrichten > Kultur und Bildung

Eberbacher Autoren gingen verdächtigen Bränden auf den Grund


Auch in Ferdinandsdorf, von dem es im Wald beim Reisenbacher Grund nur noch Reste gibt, fielen "verdächtige Feuersbrünste" auf. (Foto: Hubert Richter)

(hr) Das Eberbacher Autorenpaar Ute und Roland Wielen hat wieder ein heimatgeschichtliches Buch als PDF-Dokument veröffentlicht. Diesmal geht es um “Verdächtige Feuersbrünste” in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Region um Eberbach.

Nach den Forschungen des Autorenduos gab es in zahlreichen Dörfern des südlichen Odenwalds in der Zeit um 1825 ungewöhnlich viele Brände von Gebäuden. Die Regierung des Großherzogtums Hessen bezeichnete diese Vorkommnisse als "verdächtige Feuersbrünste" und verhängte finanzielle Sanktionen gegen die entsprechenden Gemeinden. Sie vermutete, daß Hausbesitzer ihre Häuser absichtlich in Brand gesteckt hatten, um einen "widerrechtlichen Gewinn" zu erlangen. Meist lag damals die Brand-Entschädigung, die der Hausbesitzer von der staatlichen Brandversicherung kassieren konnte, deutlich höher als die Kosten für einen Wiederaufbau des Gebäudes. Auch für einige angrenzende Dörfer im Großherzogtum Baden zeigen die veröffentlichten Brand-Entschädigungen das gleiche Phänomen. Anhand einer statistischen Analyse der vorliegenden Brandnachweise zeigen Ute und Roland Wielen, dass die überwiegende Mehrzahl der Brände in diesen Orten mit höchster Wahrscheinlichkeit keine "zufälligen" Ursachen hatte. Dass "verdächtige Feuersbrünste" durch Eigenbrandstiftungen gerade im Odenwald häufiger auftraten, lag laut Vermutung der Autoren hauptsächlich an der großen Armut im Odenwald, an einem ungewöhnlich starken allgemeinen Preissturz (Deflation) um 1825, an allgemein zu großzügigen Bestimmungen der Brandversicherung, an der einsamen Lage der Dörfer im hinteren Odenwald, die die Aufdeckung von Eigenbrandstiftungen erschwerte und an der leichteren Verfügbarkeit von billigem Bauholz im Odenwald. Besonders aufgefallen ist Ute und Roland Wielen die relativ hohe Zahl von Bränden im badischen Ort Ferdinandsdorf. Sie beschreiben diese 1851 aufgelöste Gemeinde, die nahe beim heutigen Reisenbacher Grund lag, im Buch daher näher.

Das 180-seitige Dokument kann kostenlos unter untenstehendem Link heruntergeladen werden. Bereits vor einigen Monaten war von Ute und Roland Wielen ein Online-Buch über die frühmittelalterliche Siedlung “Moresdal” erschienen (wir berichteten).

Infos im Internet:
archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/29277/7/Wielen_Feuer_2020.pdf


17.01.21

Lesermeinungen

Lesermeinung schreiben

[zurück zur Übersicht]

© 2021 www.EBERBACH-CHANNEL.de / OMANO.de Druckansicht
eMail senden nach oben

[STARTSEITE]    [VIDEOS]    [TERMINE]    [DISKUSSION]    [ANZEIGENMARKT]
©2000-2020 maxxweb.de Internet-Dienstleistungen
[IMPRESSUM] [DATENSCHUTZERKLÄRUNG]


WERBUNG


Straßenbau Ragucci

THW

Werben im EBERBACH-CHANNEL