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Geologische Entdeckungsfahrt vom Odenwald bis in das Bauland


Muschelkalkwand und See an der Eberstädter Tropfsteinhöhle bei Buchen. (Foto: M.Hahl)

(tw) (mh)Unter dem Titel "Easy Geology on Heavy Bikes" begab sich am vergangenen Sonntag eine Gruppe Motorradfahrer auf geologische Entdeckungsfahrt unter der Leitung des Geographen Michael Hahl. Nach einer thematischen Einführung in Hesseneck, wo die Biker-Geotour begann, ging es bei wechselhaftem Wetter durch den Buntsandstein-Odenwald in Richtung Bauland. Bei Bödigheim im Neckar-Odenwald-Kreis wurde die Gesteinsgrenze zum Unteren Muschelkalk passiert und bald darauf der erste Haltepunkt, die Eberstädter Tropfsteinhöhle angesteuert. Am geologischen Lehrpfad, der hier vom Amt für Flurneuordnung und Landentwicklung in Zusammenarbeit mit der Stadt Buchen angelegt wurde, führte Hahl die Teilnehmer in den Aufbau der Kalksteine und Mergel in den Steinbruchwänden ein und erklärte die so genannten Karstformen, die typisch für Landschaften auf Kalkgestein sind. Auch die Tropfsteinhöhle selbst ist eine solche Karsterscheinung, sie entstand aufgrund der Lösung des Kalkes durch kohlensäurehaltiges Grundwasser. Im Verlauf von mehr als einer Million Jahren entstanden bizarre Tropfsteine, welche heute die Höhlenbesucher aus Nah und Fern begeistern.
Über Mosbach und das Nüstenbachtal, vorbei am Naturschutzgebiet Henschelberg, welcher die komplette Schichtenfolge des Muschelkalk vorweisen kann, führte die Route zum nächsten Haltepunkt, der Margarethenschlucht bei Neckargerach. Diese inspizierte die Gruppe auf Schusters Rappen. Es handelt sich, wie der Geowissenschaftler veranschaulichte, um ein etwa 600 Meter langes, steiles Hängetal oberhalb des Neckars. Für die Entstehung verantwortlich ist die Tiefenerosion des Flusses, der sich vor vielen Millionen Jahren weit in die Sandsteinschichten einschneiden musste, um sich wiederum auf den Einbruch des Rheingrabens einzustellen. Der kleine Flursbach, der die Margarethenschlucht durchfließt, ist noch heute bemüht, sich dem veränderten Niveau des Neckartals anzupassen. Aufgrund seiner geringen Erosionskraft konnte er bisher aber nur eine steile Schlucht in den Sandstein sägen. In der Margarethenschlucht sind die Schichten des Oberen und Mittleren Buntsandsteins eindrucksvoll angeschnitten. – Der Geograph schilderte auch die Entstehungsgeschichte der Sedimentgesteine. Vom sogenannten germanischen Becken wurde berichtet, einem prähistorischen Senkungsgebiet im Bereich des heutigen Mitteleuropas. In der Zeit des Buntsandsteins vor rund 250 Millionen Jahren wurde dieses zunächst von sandigen und tonigen Flusssedimenten aufgefüllt, woraus der Sandstein des Odenwaldes entstand. Durch den Einbruch eines Flachmeeres wurden etwa 10 Millionen Jahre später in der Zeit des Muschelkalk Meeresablagerungen darüber gelagert, die heute im Bauland aufgeschlossen sind. Im Odenwald sind die Gesteine des Muschelkalks bereits der Erosion zum Opfer gefallen. Die ursprünglich darüber abgelagerten Keuper- und Juraschichten sind heute in beiden Naturräumen längst verwittert und abgetragen.
Nach dieser spannenden Landschaftsinterpretation führte die geologische Motorradtour weiter zum Katzenbuckel, wo Michael Hahl den Vulkanausbruch vor etwa 60 Millionen Jahren veranschaulichte. Mit den versteinerten Lebewesen aus dem Jurameer, die hier im vulkanischen Tuff gefunden wurden, ist der Beweis erbracht, dass über dem Sandstein rund um den Katzenbuckel einstmals noch alle Gesteinsschichten des germanischen Beckens vorhanden waren, bevor sie nach und nach erodiert wurden. Bei dem explosiven Vulkanausbruch sind offenkundig Juragesteine von der damaligen Landoberfläche in den Randbereich des Schlotes nachgebrochen und blieben dort bis in die heutige Zeit als erdgeschichtliche Zeugen erhalten. – Angereist aus verschiedenen Teilen des Odenwaldes und dem Hessischen Ried, waren sich die Biker zum Abschluss darüber einig, dass es sich lohnt, die geologischen Hintergründe des Odenwaldes und seiner Randgebiete zu "er-fahren".
Am 14. September geht der Geograph Michael Hahl unter dem Veranstaltungstitel "Mystische Reise in die Siedlungsgeschichte des Odenwaldes" auf kulturgeschichtliche Themenwanderung. Am 9. November folgt die Geotour "Auf Odenwaldpfaden in die Erdgeschichte", und am 23. November endet die diesjährige Reihe seiner Themenwanderungen mit der herbstlichen "Geotour ins Geisterdorf" im Dreiländereck zwischen Hessen, Baden und Bayern. Interessierte können sich unter (06274) 929297 oder im Internet anmelden und über Teilnahmebeiträge und Themen informieren.


Infos im Internet:
www.geotouren.de


09.09.03

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