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Claudia Rusch - Buchautorin mit Herz und Humor


Claudia Rusch ist in der Sparte Debutromane für den Deutschen Bücherpreis 2003 nominiert. (Foto: Böhm)

(ub) Namhafte Autoren geben sich in der Buchhandlung von Martina Greif-Trusina ein Stelldichein. Nach der im letzten Jahr preisgekrönten Autorin Zsuzsa Bánk las am 13.Oktober Claudia Rusch aus ihrem Buch "Meine freie deutsche Jugend".
Kurzweilig und humorvoll erzählte die Autorin aus ihrem Jugendlichen-Alltag in der ehemaligen DDR. Mit ihrem chronologisch geordneten autobiographischen Erzählband wurde die 1971 in Stralsund geborene Rusch in der Sparte Debutromane für den Deutschen Bücherpreis 2003 nominiert.
Claudia Rusch wurde durch ihre Kindheit in der Mark Brandenburg geprägt. Zwischen Pastoren und Marxisten ist sie groß geworden. Seit 1982 wuchs sie in Ost-Berlin auf und studierte Germanistik und Romanistik. Nach sechs Jahren als Fernseh-Redakteurin arbeitet sie heute als Autorin in Berlin.
In ihrem autobiographischen Debutroman setzt sich Rusch kritisch mit ihrer eigenen Kindheit und Jugend in der ehemaligen DDR auseinander. Ganz im Gegenteil zur gegenwärtigen "Ostalgiewelle" im Fernsehen ist es für Rusch wichtig, wie viel Schuld damals jeder auf sich geladen hat. Statt pauschaler Verurteilung aller "Ossis" ist es ihr wichtig, Einzelfälle zu betrachten und zu beurteilen.
In ihren humorvollen aber auch kritischen Geschichten erzählt sie von der "Stasi hinter der Küchenspüle". Als kleines Mädchen wuchs sie in dem festen Glauben auf , Kakerlaken seien Stasi-Spitzel. Die täglich über die Ostsee nach Schweden fahrende "Schwedenfähre" wird für Rusch zu einem Symbol räumlicher und geistiger Enge. Ihr Fernweh basiert auf ihren unerfüllten Träumen, unerreichbaren Ländern und unerlaubten Reisen. Das Meer wird gedanklich zu einer mörderischen Falle umfunktioniert. Für Rusch stellt das Meer ihr persönlicher eiserner Vorhang dar. Für sie geht es um die nach Freiheit am Horizont- die Sehnsucht nach Freiheit. Die unbändige Reiselust und ihr Freiheitsdrang zieht sich durch alle Erzählungen hindurch. Hier verbindet sie Komik und Kritik gegenüber dem ehemaligen DDR- Regime. Die skeptische Haltung gegenüber der DDR leitet Rusch von ihrem Großvater ab. Schon ihr Großvater kämpfte gegen das DDR-System. In der Erzählung "Fremdes Leid trägt sich leicht" beschäftigt sie sich mit der Chronik seiner zwangsläufigen Verhaftung und seines ungeklärten Todes. Über ihre Heimat, dem "Tal der Ahnungslosen" berichtet sie, dass sie bei der objektiven Wahrheitssuche ständig auf Lügen und Intrigen gestoßen sei. Widersprechen sei das Menschenrecht ihres Opas gewesen. Die Leute heute seien aber auch nicht besser. Rusch wuchs in einer Welt auf, die geprägt war von Abscheu und Liebe gleichzeitig. Die Liebe zu ihren Eltern, besonders die zu ihrer ebenfalls politisch aktiven Mutter, schimmert zwischen allen Zeilen hindurch. Denn sie ermöglichte ihr trotz aller Stasiüberwachung eine relativ unbeschwerte Jugend. Mit Liebe zur DDR hat das bei Rusch allerdings wenig zu tun, eher mit Abscheu. Ihre alltägliche Angst war, die Stasi könnte der systemkritischen mehr als nur den Mund verbieten. "Blanker Hass fackelte in mir auf. Es gibt Dinge, die kann ich der DDR nicht verzeihen. Das Zerstören von Familien gehört dazu", betont sie auch heute noch. Die atheistisch erzogene Rusch beschreibt auch in "Der Jugendweihe", "Die Hauptabteilung VIII- Im Märchenwald", "FKK am Mittelmeer", "Der Freispruch" und "Die Rede" ernste und amüsante Erinnerungen, die sie pointiert und kritisch kommentiert.
Claudia Rusch ist es gelungen, ein tragisch-komisches und zugleich kritisches Nostalgiebuch über die Zustände in der ehemaligen DDR zu schreiben, ohne die "Ostalgie" zu verherrlichen.
Selbstkritisch und politisch engagiert setzt sich Rusch in der Diskussion mit den vielen Zuhörern mit der Wendepolitik nach dem Mauerfall auseinander.

Claudia Rusch: Meine freie deutsche Jugend. Mit einem Text von Wolfgang Hilbig. S.-Fischer-Verlag, Frankfurt am Main 2003. 156 Seiten, ISBN 3-10-066058-7.

Infos im Internet:
www.fischer.de


16.10.03

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