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Die letzte Geotour des Jahres mit Michael Hahl führte auf Spurensuche in ein verlassenes Geisterdorf


Geograph Michael Hahl(re.) erläutert die Auflösung der Ortschaft Galmbach. Einige Fundamente, Bewässerungsanlagen und andere Siedlungsspuren sind heute mitten im Wald zu suchen. Aus dem ganzen Odenwald kamen heimatkundlich Interessierte angereist, um auf der herbstlichen "Geotour ins Geisterdorf" die atmosphärische Siedlungsgeschichte im verlassenen Odenwalddorf Galmbach zu erleben. (Fotos:Esser)

(tw) Zum letzten Mal in diesem Jahr ging es am vergangenen Sonntag mit dem Geographen Michael Hahl auf Themenwanderung. Reiseziel der !Geotour ins Geisterdorf" war das Eduardsthal im Dreiländereck zwischen Hessen, Baden und Bayern, wo bei herbstlich-besinnlicher Atmosphäre die Geschichte eines aufgelösten Odenwalddörfchens namens Galmbach erzählt wurde. Michael Hahl hieß die 26 interessierten Teilnehmer seiner Themenwanderung "Willkommen im 19. Jahrhundert" und lud sie ein, ihn auf eine "mystische Zeitreise" auf den Spuren der Siedlungsgeschichte zu begleiten.
Um das Jahr 1830 war Galmbach ein Dorf wie viele andere Dörfer im Odenwald, wie Hahl erläuterte. 150 Einwohner lebten und arbeiteten hier. Es war eine Zeit allgemeiner Armut, und einige Missernten brachten – nicht nur in Galmbach – die Bauern oftmals an den Rand ihrer landwirtschaftlichen Existenzen. 1834 ging als eines der schlimmsten Hungerjahre in die bäuerliche Geschichte des Odenwaldes ein, und genau in diese Zeit fällt die Auflösung des Dorfes Galmbach. Den Plänen des Fürsten Karl zu Leiningen gemäß sollte der seit 1809 bestehende Fürstliche Wildpark erweitert werden. Zwei Dörfer – Neubrunn und Galmbach – lagen mitten im hierfür vorgesehenen Gelände. Damit war das Schicksal des Odenwalddorfes im heutigen Eduardsthal besiegelt. Nach einigen Jahren bürokratischer Verhandlungen wurden die Galmbacher Bauern in Nachbargemeinden umgesiedelt und für ihren Verlust entschädigt. Härter traf es noch die in Galmbach geborenen, wohnsitzlosen Vaganten, die zumeist als Kleinsthändler durch die Lande zogen und mit der Dorfauflösung ihr winterliches Heimatrecht verloren. Der Fürstliche Domänenrat Knaus war zwar bemüht, für die zahlreichen Obdachlosen neue Plätze in den Armenhäusern der umliegenden Dörfer zu arrangieren. Doch bei der Anzahl von etwa 150000 Wohnsitzlosen in ganz Süddeutschland waren die umliegenden Ortschaften nicht leicht davon zu überzeugen, dass sie nun, neben den eigenen Ortsarmen, auch noch Plätze für die Galmbacher Vaganten zur Verfügung stellen sollten.
Solche und viele weitere Einblicke erhielten die Teilnehmer der Geotour, die wieder aus dem ganzen Odenwald angereist kamen, und der Geograph Michael Hahl verstand es, seine Gäste auf eine atmosphärische Zeitreise zu führen. Der historische Rahmen wurde mit einigen Schlaglichtern in die Zeit um 1800 plastisch veranschaulicht, wobei nicht nur die Leininger Fürsten und die Galmbacher Landbevölkerung vorgestellt wurden, sondern auch weitere geschichtsträchtige Zeitgenossen, die mit dem Odenwald in Verbindung stehen: Pointiert gestreift wurden beispielsweise der Erfinder des Laufrads Freiherr von Drais, der auch einige Jahre am Katzenbuckel verweilte, oder der in Ober-Ramstadt geborene Intellektuelle Georg Christoph Lichtenberg, noch heute bekannt für die humorvollen Aphorismen in seinen "Sudelbüchern". Schließlich erfreute sich auch Georg Phillip Lang, der als legendärer Räuber Hölzerlips zu einem Teil der Odenwälder Geschichte wurde, einer kurzweiligen Wiederauferstehung auf der "Geotour ins Geisterdorf".
Geograph Michael Hahl wird auch im kommenden Jahr zahlreiche bildungstouristische Veranstaltungen für Einheimische und Gäste der Region durchführen. Zusätzliche Themenwanderungen werden dann am Heidelberger Felsenmeer und rund um die Eberbacher Tropfsteinhöhle bei Buchen durchgeführt. Informationen und das Jahresprogramm 2004 können bald wieder im Internet abgerufen werden.


Infos im Internet:
www.geotouren.de


28.11.03

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