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Ein Ort der Begegnung und des Miteinanders

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Gärtnern der besonderen Art - und Hoffnung auf guten Ertrag: Pfarrer Reinhold Hoffmann (li.) und Thomas Wilcke. (Foto: Bernhard Bergmann)

(bro) (bb) Der Alte Schulgarten in Rothenberg soll ein Ort der Begegnung und des Miteinanders werden. DafĂĽr laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Wäre es ein paar Jahrzehnte früher, so würde Rothenbergs evangelischer Pfarrer Reinhold Hoffmann auf dem kircheneigenen Grundstück unterhalb des Friedhofes Obst und Gemüse für den Eigenbedarf anbauen, als zusätzliches Einkommen neben der Pfarrersbesoldung. So war das früher geregelt, weswegen es einen „Alten Pfarrgarten“ gab.

Der aber diente vor etwa zwanzig Jahren der Kommune als Erweiterung für den Friedhof. Im Tausch gab die Kommune dafür ihren direkt benachbarten „Alten Schulgarten“ an die Kirche ab, für Lehrer galten einst vergleichbare Regelungen wie für Pfarrer, was die Eigenversorgung mit Lebensmitteln betraf.

"Die Kirchengemeinde hatte damals dem Kindergarten und der Schule angeboten, das Grundstück zu nutzen, getreu seinem historischen Namen“, erklärt Pfarrer Hoffmann. Dafür gab es jedoch kein Interesse. So blieb das Grundstück unbewirtschaftet, die Natur eroberte sich den Bereich zurück, Brombeeren breiteten sich aus, Wildwuchs gedieh.

Auf gewisse Weise gärtnern Reinhold Hoffmann und Thomas Wilcke, pensionierter Schulleiter und Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, sowie weitere Mitstreiter nun aber doch in diesem Garten, wenn auch im übertragenen Sinn: Was sie anbauen und aussäen, daraus wird, so die Hoffnung, Gutes erwachsen - Miteinander, Gemeinschaft. Dazu nämlich soll dieser Platz dienen, ebenso Raum bieten für kleinere Veranstaltungen etwa der Kirchengemeinde, des Männergesangvereins (MGV) und anderer Ortsvereine und -initiativen. Zunächst mal jedoch geben die Bäume das, was wenige Meter entfernt auf dem Friedhof vollkommen fehlt: Schatten, um nach einer Begegnung auf dem im Sommer unerträglich heißen Gottesacker noch ein wenig beisammenzusitzen und zu reden.

„Diese Pläne waren ein Produkt gemeinsamen Nachdenkens“, erinnern sich Wilcke und Hoffmann. Im Herbst 2020 legten Thomas Wilcke und Mitglieder des MGV beim Freiwilligentag den Alten Schulgarten frei, schredderten und entsorgten Brombeeren und Wildwuchs, auch der Bauhof half mit. Das Gelände wurde mit Mutterboden ausgeglichen und Gras eingesät. Eine halbrunde Ruhebank für 25 Personen soll demnächst aufgebaut werden, ebenso Nistkästen und ein Insektenhotel. Ortsansässige Handwerker haben ihre Hilfe für die weitere Gestaltung bereits zugesagt.

Just dieser Tage ist die insektenfreundliche Wildblumenmischung erblüht. Was, auch symbolisch gesehen, wieder zum Thema Aussäen passt, ebenso wie dieses: Gerade ist ein Förderbescheid des Landes Hessen eingetroffen. Für ihr Projekt „Alter Schulgarten“ bekommen die Rothenberger eine Förderung von über 4.000 Euro. Bleibt gespannt abzuwarten, wie die Ernte aussehen wird.

12.07.21

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